Zurück zum Blogorigen arriba 10 Min. Lesezeit 2026-07-08

Arriba Nacional vs. CCN-51 Kakao: Geschmack, Anbau und Marktwert

Arriba Nacional vs. CCN-51 Kakao: Geschmack, Anbau und Marktwert
Inhaltsverzeichnis
  1. 011. Nacional Arriba: Botanischer Ursprung und Genetik
  2. 022. CCN-51: Der ertragsstarke Hybridklon für die Industrie
  3. 033. Unterschiede bei Fermentation und Nachernte
  4. 044. Röst- und Mahltechnologie in der Fabrik Cayambe
  5. 055. Anbau und das Andrea-Dávila-Protokoll
  6. 066. B2B-Konditionen und Exportlogistik
  7. 07Vergleichstabelle: Nacional Arriba vs. CCN-51
  8. 08Due Diligence für Schokoladenhersteller

Ecuador ist weltweit als führender Produzent von Edelkakao bekannt und liefert einen wesentlichen Teil der Rohstoffe für die internationale Spezialitäten- und Craft-Schokoladenherstellung. Die Kakaolandschaft Ecuadors ist jedoch zweigeteilt: Auf der einen Seite steht die traditionelle, jahrhundertealte Landsorte Nacional Arriba, auf der anderen der moderne, ertragsstarke Hybridklon CCN-51. Für Schokoladenhersteller, Importeure und B2B-Einkäufer ist die genaue Kenntnis dieser genetischen und chemischen Unterschiede von zentraler Bedeutung für die Markenpositionierung und die sensorische Produktqualität. Dieser Leitfaden beschreibt die Unterschiede zwischen beiden Sorten und erklärt, warum der Premiummarkt ausschließlich auf Nacional Arriba-Bohnen setzt.

1. Nacional Arriba: Botanischer Ursprung und Genetik

Die Edelkakaosorte Nacional Arriba ist eine in Ecuador heimische Varietät. Archäologische und genetische Funde belegen, dass dieser Kakao im oberen Amazonasbecken und in den Küstenregionen Ecuadors bereits vor über 5.000 Jahren kultiviert und genutzt wurde. Aufgrund seiner fitochernischen Eigenschaften wird der Nacional-Kakao von der International Cocoa Organization (ICCO) offiziell als "Edelkakao" (Fino de Aroma) klassifiziert.

Das typische Geschmacksprofil von Nacional Arriba ist durch einen hohen Gehalt an Monoterpenen, insbesondere Linalool, geprägt, das dem Kakao seine charakteristischen floralen Noten wie Jasmin, Orangenblüte und Rose verleiht. Ergänzt wird dies durch Nuancen von grüner Banane, roten Beeren und einer milden, holzigen Nussigkeit. Die Bohne weist von Natur aus eine geringe Bitterkeit und Adstringenz auf, wodurch die feinen floralen Aromen dominieren. Allerdings sind diese alten Bäume anfällig für Krankheiten wie die Moniliasis-Fruchtfäule und den Hexenbesen und liefern deutlich geringere Erträge pro Hektar als moderne Klone. Dies macht sie zu einem seltenen Rohstoff, der auf dem Markt für feine Schokoladen hohe Aufpreise erzielt. Die Erhaltung dieses genetischen Erbes ist eine wesentliche Aufgabe für nachhaltige landwirtschaftliche B2B-Lieferketten, um biologische Vielfalt zu bewahren.

2. CCN-51: Der ertragsstarke Hybridklon für die Industrie

Zugezüchtet in Ecuador in den 1960er Jahren von dem Agronomen Homero Castro, ist CCN-51 (Colección Castro Naranjal) ein auf Krankheitsresistenz und maximale Erträge optimierter Hybridklon. Castro kreuzte verschiedene Sorten wie IMC-67 (Iquitos Mixed Calabacillo), Scavina 6 (aus dem Ucayali-Becken) und lokale ecuadorianische Selektionen, um einen robusten Klon zu schaffen, der die Kakaoproduktion nach verheerenden Epidemien stabilisieren sollte. Diese genetischen Bausteine verleihen dem Klon eine dickere Schale und eine ausgeprägte Unempfindlichkeit gegen Pilzkrankheiten, führen jedoch im Gegenzug zu einer unvollständigen Synthese der typischen aromatischen Monoterpene.

Aus biochemischer Sicht unterscheidet sich CCN-51 grundlegend von Nacional Arriba. Da dem Klon die genetischen Voraussetzungen zur Bildung feiner Terpene fehlen, entwickelt er keine blumigen oder fruchtigen Aromen. Stattdessen enthält CCN-51 eine hohe Dichte an Polyphenolen und Tanninen, was zu einem sauren, adstringierenden und flachen Geschmack mit einem metallischen Nachgeschmack führt. CCN-51 gilt in der B2B-Branche als Konsum- oder Bulk-Kakao und wird für die industrielle Massenproduktion von Kakaobutter und Kakaopulver verwendet. Dabei sind starke Röstungen und eine chemische Alkalisierung (Säurekorrektur) erforderlich, um die unangenehme Adstringenz der Bohnen zu überdecken.

3. Unterschiede bei Fermentation und Nachernte

Die biochemischen Unterschiede verlangen grundlegend unterschiedliche Nachernteverfahren. Nacional Arriba-Bohnen benötigen eine feine Fermentation in Holzkisten, um ihre zarten Aromavorstufen zu entwickeln, ohne zu übersäuern. Wir fermentieren unsere Nacional-Bohnen 5 bis 6 Tage in Holzkisten aus heimischem Lorbeer- oder Guayacánholz. Dabei nutzen wir wilde Hefen und kontrollieren den Temperaturanstieg bis auf 48°C. Dies baut Bitterstoffe ab und schont die floralen Linalool-Aromen. Eine zu lange Fermentation würde diese flüchtigen Moleküle zerstören. Die Agronomin Andrea Dávila überwacht die Phasen des Gärprozesses persönlich, um sicherzustellen, dass die chemische Zusammensetzung der Bohnen ihren hohen Ansprüchen genügt.

CCN-51-Bohnen hingegen haben ein sehr zucker- und säurereiches Fruchtfleisch, was eine lange und intensive Fermentation (oft 6 bis 8 Tage) in großen Industriekisten erfordert. Wegen der dicken Kotyledonen (Keimblätter) muss der Gärprozess streng gesteuert werden, um die hohen Konzentrationen an Essig- und Milchsäure abzubauen. Doch selbst bei optimaler Fermentation fehlen dem CCN-51 die genetischen Vorstufen zur Synthese feiner floraler Ester. Nach der Gärung trocknen wir unseren Nacional Arriba langsam an der Sonne auf erhöhten Holztischen (Camillas) auf eine Restfeuchte von 7,0 %. Dies ermöglicht ein sanftes Entweichen der Essigsäure. Die industrielle Trocknung von CCN-51 nutzt meist Heißlufttrockner, welche die Säuren in der Bohne einschließen und einen sauren Geschmack hinterlassen.

4. Röst- und Mahltechnologie in der Fabrik Cayambe

In unserer Verarbeitungsanlage in Cayambe, Provinz Pichincha, passen wir die Röst- und Mahlprozesse exakt an das botanische Profil des Nacional Arriba an. Wir arbeiten mit niedrigen Rösttemperaturen und nutzen ein schonendes Flash-Röstverfahren (unter 110°C, üblicherweise bei 105°C für 15 bis 20 Minuten). Dies stellt die mikrobiologische Reinheit der Bohnen sicher, schützt aber hitzeempfindliche bioaktive Stoffe wie Theobromin, Flavonoide und die feinen floralen Terpene vor der thermischen Zersetzung. In Cayambe wird dieser Prozess akribisch durch moderne Sensorik überwacht.

Die Vermahlung erfolgt in traditionellen Granitsteinmühlen (Melangeuren) bei niedriger Drehzahl, wobei die Temperatur der Paste stets unter 45°C gehalten wird. Dies schont die natürliche Kakaobutter (52-54%) und erhält sie in ihrer unraffinierten Form als wertvollen Lipid-Träger. Im Gegensatz dazu erfordert CCN-51 Rösttemperaturen von 135°C bis 150°C, um die adstringierenden Säuren abzubauen. Die anschließende Mahlung erfolgt in Hochgeschwindigkeits-Kugelmühlen bei über 75°C, was die Fette oxidiert und die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe zerstört.

5. Anbau und das Andrea-Dávila-Protokoll

Bei El Dulce Origen beziehen wir unseren Rohkakao ausschließlich von traditionellen Nacional Arriba-Plantagen über unser Netzwerk von rund 100 familiengeführten Partnerbetrieben in Manabí, Esmeraldas und Pichincha. Wir arbeiten seit ~6 Jahren eng mit diesen Bauern zusammen und zahlen faire Preise, die einen Anreiz bieten, die alten Nacional-Bäume zu erhalten, statt sie durch ertragreichere CCN-51-Klone zu ersetzen. Wir legen großen Wert auf die Einhaltung höchster Standards im Bereich des Bodenschutzes und der Regeneration natürlicher Ökosysteme.

Die Bauern folgen dem Anbauprotokoll unserer Agronomin Andrea Dávila. Es verbietet den Einsatz synthetischer Agrochemikalien und setzt auf Kompostierung, flüssigen Biodünger (Biol) und nützliche Bergmikroorganismen zur Pflege des Bodens in den artenreichen Chacras (Waldgärten). Der Kakao wächst unter dem Schatten heimischer Obst- und Holzbäume, was das Terroir prägt. Die Ernte erfolgt von Hand bei optimaler Reife unter Wahrung lokaler Gesangstraditionen. Die Bohnen werden hygienisch von Hand ausgelöst, um die Qualität vor der Fermentation zu sichern.

6. B2B-Konditionen und Exportlogistik

Für B2B-Kunden, die Nacional Arriba-Rohkakao importieren möchten, bieten wir klare kommerzielle Bedingungen. Unsere Mindestbestellmenge (MOQ) für Rohkakao in Säcken beträgt 1 kompletten Container (FCL 20ft, ca. 14 t), der ab dem Hafen von Guayaquil verschifft wird. Zum Schutz vor Feuchtigkeit kleiden wir die Container mit Kraftpapier aus und nutzen Trockenmittelbeutel. Muster von 1 bis 5 kg senden wir Ihnen bei Verfügbarkeit innerhalb von ~3 Werktagen für Laboranalysen und sensorische Prüfungen zu, wobei die Frachtkosten (DHL oder FedEx) vom Käufer getragen werden.

Unsere Standard-Zahlungsbedingungen sind: 50 % Anzahlung per SWIFT-Überweisung bei Vertragsabschluss und 50 % gegen Vorlage der Versanddokumente (Original-BL, DAE und Pflanzengesundheitszeugnis von AGROCALIDAD). Wir besitzen keine aktiven Biosiegel für dieses begrenzte Produkt, können aber eine Bio-Zertifizierung unter Vertrag für feste Jahresmengen organisieren. Die Cadmium-Compliance (Verordnung EU 488/2014) ist für den EU-Import entscheidend. Wir bieten chargenspezifische Cadmiumanalysen per ICP-MS in akkreditierten Laboren an. Diese werden auf Wunsch und Kosten des Kunden durchgeführt und die Ergebnisse vor der Verladung übergeben. Weitere Details finden Sie in unserem Leitfaden über EU-Cadmiumgrenzwerte für Kakao. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser Vertriebsteam auf der Kontaktseite.

Vergleichstabelle: Nacional Arriba vs. CCN-51

Merkmal Nacional Arriba (Edelsorte) CCN-51 (Hybridklon)
Klassifizierung Edelkakao (Fino de Aroma) Konsumkakao (Bulk / Ordinary)
Aromaprofil Floral (Jasmin), rote Früchte, mild holzig Stark säuerlich, metallisch adstringierend
Wirkstoffe Hoher Theobromingehalt, geschonate Flavanole Geringere Dichte durch aggressive Röstung
Röstverfahren Schonende Röstung bei unter 110°C Starke Röstung bei 135°C - 150°C
Mahlverfahren Langsame Granitsteinmahlung (< 45°C) Industrielle Kugelmühlen (> 75°C)
Anbau-Ertrag Geringerer Ertrag, krankheitsanfällig Sehr hoher Ertrag, widerstandsfähig

Due Diligence für Schokoladenhersteller

Bei der Beschaffung von Kakaobonen aus Ecuador sollten Schokoladenhersteller auf die genetische Reinheit achten. Fragen Sie Ihren Exporteur: (1) nach genetischen Analysen oder der Dokumentation der Plantagen, (2) der genauen geografischen Herkunft bis hin zur einzelnen Finca und (3) den Fermentations- und Trocknungsprotokollen. El Dulce Origen bietet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Baum bis zum Hafen. Dies garantiert, dass nur 100 % echter Nacional Arriba-Kakao in Ihre Produktion gelangt, was das Überleben dieses ecuadorianischen Erbes sichert und Ihren Kunden ein feines Geschmackserlebnis bietet.

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Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema

Gilt CCN-51 als Edelkakao?

Nein. Die International Cocoa Organization (ICCO) stuft CCN-51 aufgrund seines flachen Profils als Konsumkakao ein.

Welche Sorte erzielt höhere Preise?

Nacional-Arriba-Edelkakao erzielt deutlich höhere Preise als CCN-51, da er für Premium-Produkte gesucht wird.

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